A-Kader 2019: Elisabeth Pähtz und Liviu Dieter Nisipeanu ( by Gerhard Hund/Georgios Souleidis )

Bereits im vergangenen Jahr ist in der „Konzeption Leistungssport“ festgelegt worden, dass für den A- und B-Kader solche Spielerinnen und Spieler nominiert werden, die im Hinblick auf mögliche Einsätze in der Nationalmannschaft als geeignete Kandidaten angesehen werden und entsprechend gefördert werden sollen. 2019 stellt die Mannschafts-Europameisterschaft (23. Oktober – 3. November) in Batumi den Saisonhöhepunkt dar. Das bedeutet jedoch nicht, dass in Einzelfällen nicht Spieler aufgrund besonderer Leistungen im Vorfeld der Nominierung für die Nationalmannschaft berücksichtigt werden können, was auch im zu Ende gehenden Jahr der Fall gewesen ist.

Die letzten Mannschaftsturniere haben gezeigt, dass neben der schachlichen Form auch gruppendynamische Prozesse für den Mannschaftserfolg von großer Wichtigkeit sind. Ohne auf die Details der Probleme in der Frauenmannschaft in Batumi eingehen zu wollen, was aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen ohnehin nicht möglich ist, möchte ich festhalten, dass es offensichtlich zu Differenzen zwischen verschiedenen Spielerinnen gekommen ist, ohne dass hier Schuldzuweisungen in die eine oder andere Richtung hilfreich sind.
Abgesehen davon, dass das Resultat der Mannschaft nicht dem Leistungsvermögen der Spielerinnen entspricht, ist es bedauerlich, wenn die Spielerinnen sich nicht wohlfühlen. Dass in diesem Jahr mit Zoya Schleining eine Spielerin das Gefühl hatte, in der Mannschaft isoliert zu sein, bedauere ich.

Zudem verfügen wir über Nachwuchsspielerinnen, die in den vergangenen Jahren mit herausragenden Ergebnissen im Nachwuchsbereich auf sich aufmerksam gemacht haben. Ich möchte hier nur aus dem Jahr 2018 die Mannschafts-Europameisterschaft in Bad Blankenburg (Bronze für Fiona Sieber und Jana Schneider), das German Masters(Turniersieg durch Fiona Sieber) und die WM U16w (Gold für Annmarie Mütsch) erwähnen.
Es ist Aufgabe des Leistungssportbereichs, erfolgreiche Nachwuchsspielerinnen Schritt für Schritt in die Nationalmannschaft einzubauen. Bei der Kadernominierung wurde daher gerade auch im Frauenbereich neben den Elozahlen, den Ergebnissen für die Nationalmannschaft in vergangenen Turnieren und der Qualität der gespielten Turniere auf eine mittelfristige Perspektive für die Nationalmannschaft Wert gelegt. Zugleich sind im Rahmen der Kommissionssitzung auch weitere Sichtungs- und Fördermaßnahmen für die jüngsten Jahrgänge bei Mädchen und Jungen initiiert worden, nachdem es hierzu zuletzt umfangreiche Beratungen zwischen dem Leistungssportbereich und der DSJ gegeben hat.

Die Mitglieder der Kommission Leistungssport sind sich darüber bewusst, dass eine strikte Nominierung nach Elo der einfachere Weg gewesen wäre. Allerdings muss man irgendwann auch den talentierten und erfolgreichen Spielerinnen eine Perspektive zeigen und eine Chance geben. Rückschläge sind dabei nicht vermeidbar, müssen aber nach unserer Einschätzung riskiert werden, um mittelfristig im Frauenbereich wettbewerbsfähig zu bleiben. Zugleich besteht Einigkeit darüber, dass die zum großen Teil berufstätigen oder studierenden Spielerinnen hinsichtlich gemeinsamer Trainingsmaßnahmen andere Anforderungen haben als die größtenteils als Profispieler tätigen Männer, so dass auch hier Veränderungen in der Förderung nötig sind.

Bei der Betrachtung der Ergebnisse der letzten zwei großen Mannschaftsturniere fällt auf, dass ehemals „kleine Nationen“ mit talentierten und elomäßig unterbewerteten jungen Spielerinnen den westeuropäischen Nationen den Rang abgelaufen haben. Hier bedarf es neuer Ideen, um sich auch weiterhin im Wettbewerb zu behaupten und verlorenes Terrain zurückzuerobern.

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