Rekordteilnahme in Maastricht

 

In Norwegen spielen momentan zehn Spieler aus sechs Ländern, in Maastricht (nahe des Dreiländerecks NL-Belgien-Deutschland) ab morgen Abend gut vierhundert Schachfreunde aus zwanzig Ländern – da Qualität nicht alles ist, widme ich mich zunächst dem Limburg Open. Spass beiseite, natüfsdfsrlich werde ich auch über Norway Chess berichten, aber ein Vorbericht sollte eben vor dem Turnier erscheinen. Wie mein Kontakt zum Limburg Open entstand, habe ich hier erläutert – das will ich sicher nicht alles wiederholen, auch wenn ein paar Punkte doch wiederholt werden. Ab Sonntag bin ich dann vor Ort und werde meine Eindrücke hinterher noch mit den Lesern des Schach-Tickers teilen.

 

Generell wird ein Open danach beurteilt, ob und wie viele Grossmeister mitspielen. Das gehört auch in diesen Bericht, aber dabei will ich es nicht belassen – schliesslich haben die Organisatoren betont, dass Breitensport bei ihnen im Vordergrund steht. Grossmeister haben sie momentan sieben: vier Einheimische, zwei Ausländer und einen aus der Rubrik sowohl-als-auch. Aus den Niederlanden sind Erwin l’Ami, Sipke Ernst, Erik van den Doel und der relativ unbekannte Ruud Janssen dabei. Aus Schweden kommt wie immer Emmanuel Berg (bei acht Turnieren achtmal dabei), aus Brasilien Alexandr Fier – der aber nicht nur für das Limburg Open die lange Reise angetreten hat, davor spielte er in der französischen Liga. Beide wurden auch aufgrund ihres attraktiven Spielstils eingeladen. Und warum ist Daniel Hausrath sowohl als auch? Nicht weil er in Deutschland für Mülheim spielt und damit eine kürzere Anreise hat als manche Niederländer, sondern weil er auch für den limburgischen Verein Voerendaal in der höchsten NL-Liga am Brett sitzt. Daher ist er bei der in das Turnier integrierten limburgischen Meisterschaft teilnahmeberechtigt und Elo-Favorit und Titelverteidiger. In der A-Gruppe sind ausserdem noch 8 IMs, 17 FMs und 2 WGMs dabei – letztere heissen Alina l’Ami (Frau von GM Erwin L' Ami – Foto!) und Nino Maisuradze aus Frankreich (Freundin von Alexandr Fier). Mitunter melden sich noch GMs spontan vor Ort, z.B. letztes Jahr der Russe Vladimir Dobrov – der bekam also keine Konditionen, aber war am Ende Wertungssieger des Turniers. Das war der “Kurz & Knapp” Vorbericht, aber nun darf der Leser doch noch

Turnierseite

 

Insgesamt haben sich 404 Spieler angemeldet, verteilt über vier Gruppen: A-Gruppe ab Elo 2000, B-Gruppe (Elo 1700-2050), C-Turnier (Elo unter 1750) und 8 “Veteranen” (Geburtsjahr 1954 oder älter). Einige Spieler hatten also die Qual der Wahl zwischen zwei verschiedenen Gruppen. Offiziell hatten sie das Turnier auf 400 Teilnehmer beschränkt, aber die letzten fünf haben sich dann vielleicht gleichzeitig angemeldet. Nachmeldungen vor Ort werden unter Vorbehalt angenommen, da erfahrungsgemäss einige vorab registrierte Spieler doch nicht erscheinen – und eventuelle Grossmeister werden sie wohl ohnehin nicht wieder nach Hause schicken? Ein bisschen Statistik: 215 Niederländer, 91 Deutsche, 65 Belgier, 17 andere Länder sind noch vertreten – darunter neben Brasilien auch Russland, Australien, Kanada und Mauretanien. Lange war es quantitativ ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Deutschland und Belgien, da hat Deutschland dann doch recht klar gewonnen. 72 Spieler sind Mitglied im limburgischen Schachverband – darunter einige, die wie Daniel Hausrath zwar Limburger aber keine Niederländer sind.

 

Ein Schachfreund aus Den Haag meinte “Für mich ist's zu weit weg, aber zumindest zwei Vereinskameraden habe ich schon in der Teilnehmerliste entdeckt.” Und ich entdeckte auch einige aus “meiner” Provinz Noord-Holland (Amsterdam und alles nördlich davon). Die Setzliste im B-Turnier wird von Peter Holscher aus Aartswoud angeführt – das ist ein kleines Dorf mit einem relativ grossen Schachverein geographisch fast mitten in der Provinz, mir ein Begriff von Mannschaftskämpfen (aber nicht gegen Aartswoud 1). Mit Elo 2049 hatte er die Qual der Wahl, wollte aber offenbar nicht “oben” mitspielen. Entdeckt habe ich auch die Keetman-Schwestern aus Alkmaar: Maaike (*1999) ist mit Elo 1956 immerhin in den Niederlanden Beste ihrer Altersklasse U16, und auch bei den Jungs sind nur 17 Elo-besser (Sandra ist Baujahr 1997, kann aber mit ihrer Schwester nicht mithalten). Betrifft Jugend: FM Jorden Van Foreest (auch *1999, Elo 2448) ist im A-Turnier immerhin an Nummer 11 gesetzt.

 

Die deutschen Teilnehmer wohnen zum Teil knapp hinter der Grenze, z.B. Aachen, Köln oder Düsseldorf – dabei sind aber zumindest auch Spieler aus Hannover, Weimar und Wiesbaden. Viele kleinere Orte/Vereine sind mir kein Begriff, ergooglet habe ich nur Hochneukirch und Übach-Palenberg (beides linksrheinisch-grenznah).

 

Das muss als Vorbericht reichen. Gespielt werden sieben Runden – eine Freitag abends und jeweils zwei Samstag, Sonntag und Pfingstmontag. Das ist mir zu anstrengend, ich kibitze lieber …. .

 

(Redaktion Thomas Richter)

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